Am 08. September ist das Planfeststellungsverfahren zum Grenzweg zwischen Horst, Klein Offenseth-Sparieshoop und Elmshorn gestartet. Damit liegen jetzt die Pläne in den Ämtern und online unter „https://planfeststellung.bob-sh.de/plan/k34-grenzwegtrasse“ aus. In diesem Zusammenhang können auch bis zum 09. November 2026 von allen Einwohner*innen Einwendungen eingebracht werden.
Mit dem Grenzweg werden weder verkehrspolitische Probleme gelöst, noch wird die Lebensqualität der Anwohner erhöht: Die versprochenen Entlastungen belaufen sich vielerorts nur auf wenige Autos pro Stunde, sodass letztendlich nur eine Verkehrsverschiebung stattfindet. Insbesondere die stark überlastete Hamburger Straße erfährt dabei keine Entlastung während sich das Verkehrsaufkommen am Flamweg deutlich erhöht.
Nach wie vor wird der mototrisierte Individualverkehr gefördert, und der Bahn-, Bus- und Radverkehr vernachlässigt. Trotz einer langfristig sehr schwierigen Haushaltslage und einer hohen Verschuldung des Kreises Steinburg werden enorme Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro für eine 2,6 km lange Straße in Kauf genommen. Für die erwartbare Instandhaltung der Straße werden künftig weitere Kosten entstehen, während die notwendige Sanierung vieler Radwege im Elmshorner Umland auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben wird. In unserer bestehenden Infrastruktur ist bereits ein erheblicher Sanierungsstau zu verzeichnen. Es ist nicht erklärbar, warum Geld für Kinderbetreuung, Schulbildung, Gesundheitsvorsorge und Sanierung von Verkehrsinfrastruktur fehlt und gleichzeitig Millionenbeträge in den Neubau von Straßen fließen.
Der geplante Grenzweg verläuft mittig durch das Wasserschutzgebiet Dovenmühlen, das eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten beherbergt und vielfältig von den Bürger*innen als Naherholungsgebiet genutzt wird. Durch den Bau des Grenzwegs wird dieses Naturgebiet nachhaltig zertrennt, womit das Artensterben weiter vorangetrieben wird. Gleichzeitig werden die umliegenden Flächen von Befürwortern als potentielle Gewerbegebiete gesehen, sodass eine dauerhafte und großflächige Zerstörung der Natur zu befürchten ist. Auch ohne angeschlossenes Gewerbegebiet sind die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt erheblich. Bei einer prognostizierten Verkehrslast von 12.000 bis 18.000 Autos pro Tag, welche vergleichbar ist mit jener der Autobahn 23, ist mit einer hohen Lärmbelästigung zu rechnen. Diese stört Naherholung und Fauna gleichermaßen und könnte auch in den weiter entfernten Wohngebieten die Lebensqualität senken.
Aus diesen Gründen haben sich die Grünen in den Kreisen Steinburg und Pinneberg von Beginn an gegen dieses Vorhaben positioniert.
Bündnis90/Die Grünen Kreis Steinburg, Horst-Herzhorn, Kreis Pinneberg, Elmshorn, Klein Offenseth-Sparieshoop und Kölln-Reisiek.